Ford v. Gardner

  • Your Honor,


    ich habe den Zeugen nach keinerlei Meinung gefragt, sondern nach einer Tatsache: Wen hat er während der fraglichen Abstimmung in der State Assembly gesehen? Den Kläger oder eine Person, die seiner Wahrnehmung der Kläger war oder nur gewesen sein kann?


    Der Zeuge sagt, er habe den Kläger gesehen. Was eine Tatsachenbehauptung ist. Und ich möchte wissen: Auf welches tatsächliche Wissen und welche tatsächlichen Wahrnehmungen stützt er seine Aussage?


    Anstatt jedoch auf diese Frage zu antworten, trägt er seine persönliche Meinung über meinen Charakter oder meinen Befragungsstil vor. Derlei Dinge sind aber nicht Gegenstand dieses Verfahrens. Sondern allein die Frage, wer in der State Assembly abgestimmt hat: Der Kläger oder eine Person, die dem Kläger vielleicht täuschend ähnlich sah?

  • Der Einspruch ist abgelehnt.
    Ich darf alle Beteiligten aufrufen zu einer sachlichen Verfahrensführung zurückzukehren. Fokussieren Sie sich bitte auf die Sache. Ihre persönlichen Animositäten können Sie außerhalb meines Gerichtssaals ausfechten.

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    Former Associate Justice of the Supreme Court of the United States

  • Mr. Baumgartner, beantworten Sie bitte die letzte Frage der Anwältin, damit wir hier weiter kommen.

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    Former Associate Justice of the Supreme Court of the United States

  • Ms. Valentine


    Ich bin mir absolut sicher dass es Timothy Ford war der seine Stimme in der State Assembly abgab. Es sind überdies zahlreiche Fälle bekannt in denen Personen praktisch zeitgleich an mehreren Orten waren. Dies ist eine normale Gegebenheit in unserer Welt. Hingegen habe ich noch nie von jemandem gehört der aussieht wie eine bestimmte Person, spricht wie eine bestimmte Person und gestikuliert wie eine bestimmte Person, der aber nicht diese bestimmte Person ist.

  • Mr. Baumgartner,


    haben Sie den Kläger während seines Spitalaufenthaltes noch sonst irgendwo gesehen - außer in der State Assembly von [definition=1]Assentia[/definition]?

  • Ms. Valentine,


    Mr. Ford trat in dem von Ihnen genannten Zeitraum mehrfach öffentlich in Erscheinung.


    Dienstag, 4. November 2014, 12:25 Uhr
    Dienstag, 4. November 2014, 00:06 Uhr
    Montag, 3. November 2014, 23:55 Uhr
    Mittwoch, 29. Oktober 2014, 10:53 Uhr

  • Mr. Baumgartner,


    ist das eine beispielhafte oder eine abschließende Liste Ihrer "Sichtungen" des Klägers während seines Spitalaufenthaltes?

  • Handlung

    Jim erscheint vor Gericht und steht selbstverständlich zur Verfügung.

    James McCrimmon, M.D.
    Anesthesiologist and Emergency Physician
    Astoria City University Hospital


    Head of the Astoria State Division of the Astorian Red Cross; Emergency Medical Services-Branch

  • Mr. McCrimmon, treten Sie bitte in den Zeugenstand. Heben Sie Ihre rechte Hand und sprechen Sie mir nach:


    "Ich schwöre, dass ich die Wahrheit sagen werde, nur die Wahrheit und nichts als die Wahrheit, und dass ich dabei nichts verschweigen oder verändern werde. So wahr mir Gott helfe."


    Der Gottesbezug kann entfallen.

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    Former Associate Justice of the Supreme Court of the United States

  • Handlung

    Jim tut, was ihm aufgetragen wird, und spricht seinen Eid.


    "Ich schwöre, dass ich die Wahrheit sagen werde, nur die Wahrheit und nichts als die Wahrheit, und dass ich dabei nichts verschweigen oder verändern werde. So wahr mir Gott helfe."

    James McCrimmon, M.D.
    Anesthesiologist and Emergency Physician
    Astoria City University Hospital


    Head of the Astoria State Division of the Astorian Red Cross; Emergency Medical Services-Branch

  • Dr. McCrimmon,


    Sie sind Anästhesist und Notarzt im Astoria City University Hospital. Am 24./25. Oktober 2014 wurden Sie zu einem Notruf auf dem Muffley Square in Astoria City gerufen.


    Bitte schildern Sie, welchen Patienten Sie dort vorgefunden haben, in welchem Zustand er sich befand und welche Diagnose Sie bei ihm gestellt haben. Erläutern Sie dabei bitte was der von Ihnen diagnostizierte Zustand für die Handlungsfähigkeit des Patienten bedeutete und innert welchen Zeitraumes welche Genesungsfortschritte normalerweise möglich waren.

  • Ms. Valentine,


    vor Ort fand ich einen Patienten vor, der sich akut übergab und stark hustete. Bei meiner initialen Begutachtung waren klare Sprachstörungen wahrzunehmen, welche auch zuvor bereits bei diversen öffentlichen Auftritten des Patienten zu vernehmen waren. Zudem gab der Patient an, ein Schmerzmedikament zu nehmen, welches mir zunächst nicht bekannt war, sich aber später als wenig verbreitetes Paracetamol-Präparat herausstellte. Der Patient hatte keine sichtbaren Verletzungen, war aber sichtlich verwirrt. Örtlich, zeitlich und räumlich wirkte er aber orientiert. Vor Ort ließ ich die Verdachtsdiagnose auf "Unklare neurologische Symptomatik" lauten und den Patienten auf schnellstem Weg ins Klinikum verbringen, wobei mir noch von einer Passantin mitgeteilt wurde, dass sich der Zustand des Patienten in den vorangegangenen Minuten massiv verschlechtert hatte.
    Im Klinikum konnte relativ schnell eine Diagnose gestellt werden - oder, genauer gesagt, zwei: Der Patient hatte bereits Tage zuvor einen Apoplex, also einen Schlaganfall erlitten, außerdem hatte er akut eine Lungenembolie entwickelt. Das bedeutet, dass ein Blutgefäß in der Lunge verstopft war - ganz ähnlich den Vorkommnissen bei einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall.
    Nun muss ich kurz ausholen: Bei Schlaganfällen gibt es ein enges Zeitfenster, in denen eine Behandlung optimal möglich ist. Im Idealfall ist von einer Stunde die Rede, die zwischen Eintreten der Akutsymptomatik und Beginn der Lyse-Behandlung liegen darf, um den Patienten ohne bleibende Schäden zu behandeln, die Wissenschaft hält sechs Stunden für das absolute Maximum. Nach mehr als sechs Stunden muss man dann abwägen, wie viel noch zu retten ist, bleibende Schäden sind aber absolut gewiss.
    Bei Mr. Ford war davon auszugehen, dass er mehrere Tage nach der Akutsymptomatik erstmals vorgestellt wurde. Die Ärzte in der Notaufnahme entschieden sich dennoch für eine Akutbehandlung, versetzten den Patienten noch am 25. Oktober in ein künstliches Koma.
    In der Folge wurden mehrere Operationen durchgeführt, an denen ich nicht direkt beteiligt war. Ich war lediglich mit der fortdauernden Anästhesierung des Patienten betraut, also für seine Ruhigstellung verantwortlich. Nach allem, was die Akten mich wissen lassen, verliefen die Operationen aber sehr gut und der Patient befand sich schnell nicht mehr in Lebensgefahr - dennoch verlief der Heilungsprozess erwartungsgemäß schleppend, weshalb wir unter Anderem am 27. Oktober eine Anfrage des Justizministeriums, ob der Patient vernehmungsfähig sei, ablehnen mussten. Außerdem musste ich noch am 25. Oktober das Präsidium des Kongresses benachrichtigen, dass eine möglicherweise anstehende Vereidigung von Mr. Ford ausgeschlossen schien.
    Während der Akutphase sowie darüber hinaus ist bei Patienten mit einer Diagnose, wie wir sie bei Mr. Ford stellen mussten, ein massiver Verlust von kognitiven Fähigkeiten zu beobachten. Das Sprachzentrum ist in aller Regel als eines der Ersten beeinträchtigt, auch der Bewegungsapparat dürfte betroffen sein. Mit der Zeit stirbt Hirngewebe ab, das heißt, manche Bereiche des Hirns sind dauerhaft verloren. Nun kann das Hirn lernen, abgestorbene Bereiche zu ersetzen - dies braucht aber Zeit. Bei Mr. Ford schien das Sprachzentrum beinahe komplett betroffen gewesen zu sein, auch seine Denkleistung schien massiv gelitten zu haben. Nach mehreren Monaten intensiver Rehabilitationsmaßnahmen wäre es aber sicher möglich gewesen, weitestgehend eine suffiziente Funktion der betroffenen Bereiche wieder herzustellen. Am 02.11. wollten wir Mr. Ford erstmals aus dem Koma erwecken, um mit den Wiederherstellungsmaßnahmen zu beginnen. Aber siehe da - wie von Zauberhand war der Patient unheimlich fit. Ein medizinisches Rätsel.

    James McCrimmon, M.D.
    Anesthesiologist and Emergency Physician
    Astoria City University Hospital


    Head of the Astoria State Division of the Astorian Red Cross; Emergency Medical Services-Branch

  • Dr. McCrimmon,


    Sie haben den Kläger also auch während seiner stationären Behandlung im Astoria City University Hospital - in der Zeit vom 25. Oktober 2014 spätnachmittags bis zum 4. November 2014 abends - als Anästhesist ärztlich betreut.


    Wie oft haben Sie den den Kläger während dieses Zeitraums persönlich gesehen?
    Wäre er während dieses Zeitraums körperlich und geistig in der Lage gewesen, das Spital zu verlassen, nach [definition=1]Assentia[/definition] zu reisen und zurückzukehren - ohne dass das jemand bemerkt hätte?

  • Ms. Valentine,


    ich habe den Patienten am 25. Oktober, am 26. Oktober um 8:30 Uhr, am 28. Oktober um 11:20 Uhr, am 29. Oktober um 7:30 Uhr und 15:40 Uhr und am 01. November um 09:00 und 17:40 Uhr zu Gesicht bekommen - wenigstens sagen die Protokolle der Anästhesie das so aus. ;)
    Während dieses Zeitraums war Mr. Ford permanent im künstlichen Koma, welches durch mich kontrolliert wurde und über welches das Klinikprotokoll ansonsten weiteren Aufschluss gibt. Wer im künstlichen Koma liegt, ist körperlich währenddessen nicht in der Lage, zu verreisen. Auch ein unbemerktes Aufwachen halte ich für ausgeschlossen - unsere Patienten werden rund um die Uhr überwacht, mehrmals täglich sind Ärzte und Pflegekräfte im Zimmer, wenigstens aber zu den Schichtwechseln um 07:25 Uhr, 14:20 Uhr und 19:20 sowie 01:20 Uhr sind Visiten anberaumt, in denen das neu hinzukommende Personal über den Zustand des Patienten während der vergangenen Stunden unterrichtet wird.
    Geistig sollte der Patient auch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht wieder in der Lage sein, allzu viel zu leisten. Aber gerade direkt nach dem Erwachen aus dem langen künstlichen Koma bräuchte es einige Zeit, sich zu orientieren und "klarzukommen", um das mal so salopp auszudrücken.

    James McCrimmon, M.D.
    Anesthesiologist and Emergency Physician
    Astoria City University Hospital


    Head of the Astoria State Division of the Astorian Red Cross; Emergency Medical Services-Branch

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