Display MoreTrotz Regen: NHVP eröffnet Wahlkampf mit ehrlicher Bilanz
21. Dezember 2025SAZinternational – Im Zuge des Angebotes SAZinternational werden einzelne Artikel auch in internationalen Pressportalen veröffentlicht.
Christina Athanasiadis setzt auf Aufarbeitung und Zukunftsvision in San Vezzano
San Vezzano – Unter grauem Himmel und Regenschauern hat die Nordhanarische Volkspartei (NHVP) ihren Wahlkampf heute Mittag auf dem Zentralplatz von San Vezzano eröffnet. Spitzenkandidatin Christina Athanasiadis (47) nutzte die Gelegenheit nicht für Schönfärberei, sondern für eine ungewöhnlich selbstkritische Rede, in der sie sowohl die dunkle Vergangenheit Nordhanars als auch die Verantwortung ihrer eigenen Partei ansprach.
„Nicht aus Zucker“
Vor mehreren hundert Anhängern und Schaulustigen begann Athanasiadis mit einem leichten Ton. „Es freut mich außerordentlich euch alle hier begrüßen zu dürfen. Mir ist bewusst dass das Wetter für den Wahlkampfauftakt alles andere als angenehm ist, aber nachdem wir alle ja nicht aus Zucker sind werden wir das bisschen Regen wohl aushalten.“ Der humorvolle Einstieg gelang ihr – mehrere Lacher aus der Menge.
Schnell jedoch wandte sich die 47-jährige Politikerin ernsteren Themen zu. Sie diagnostizierte Nordhanar als ein Land, das sich „einerseits komplett, andererseits aber auch garnicht geändert“ hat. Die zentrale Mission der NHVP laute daher: das ändern.
Demokratie gegen Autokratie
Im Zentrum ihrer Rede stand eine scharfe Kritik an der monarchischen Herrschaftsform. „Es kann und darf nicht mehr sein dass Monarchen, welche durch die ihnen zugekommene Machtfülle korrumpiert wurden einfach über unsere Köpfe hinweg entscheiden.“ Mit ihrer Regierung habe die NHVP einen Kurs der Re-Demokratisierung und Re-Parlamentarisierung eingeleitet – einen Kurs, den es konsequent fortzuführen gelte.
Die deutlichsten Worte reservierte sich Athanasiadis für die jüngere Vergangenheit Nordhanars. Sie rief die „Schreckensherrschaft von Ezio“ in Erinnerung – die Zeit seiner paramilitärischen „Custodes Imperii“ und der systematischen Unterdrückung. „Diese Zeit war wahrlich die dunkelste Stunde des Reiches, und viele Menschen haben darunter gelitten.“
Respekt für den Widerstand
Ein überraschendes Lob richtete Athanasiadis an einen politischen Konkurrenten: Sie würdigte Rupert von Waldstädt, Vorsitzender der Moderaten Österreichischen Partei (MÖP), für seine Durchhaltefähigkeit. „Auch wenn ideologisch zwischen der NHVP und der MÖP eine sehr große Distanz herrscht, so muss man ihm seine Durchhaltefähigkeit sehr hoch anrechnen.“ Die MÖP sei nie unter die Räder gekommen, habe sich nie unterkriegen lassen, und trage – anders als manche andere Kraft – nicht den „Makel der Kollaboration“.
Mit der Marxistisch-Ökologischen Partei, dem Reichsbund für Ordnung und Würde, der Bajarisch Nationalen Volkspartei, den Sozialdemokraten, der Konservativen Reichspartei, der Kommunistischen Partei, der Union nordhanarischer Konservative (UNK), dem Pangermanischen Bund und weiteren Listen im Feld wird der Wahlkampf vielschichtig werden.
Eigene Schuld benennen
Doch Athanasiadis sparte auch die eigene Partei nicht aus. „Ja, der Nordhanarischen Volkspartei, respektive ihren beiden Vorgängerparteien hängt bis zu einem bestimmten Grad der Makel der Kollaboration an. Es ist bedauerlich, aber es lässt sich nicht mehr ändern.“ Im Sinne eines „fairen und offenen Wahlkampfes“ müsse man solche Dinge aussprechen. Ihre Botschaft: „Die Nordhanarische Volkspartei hat sich gewandelt. So wie sich Nordhanar gewandelt hat.“
Diese Offenheit dürfte konservative Wähler ansprechen, denen an Ehrlichkeit gelegen ist – könnte aber auch Kritiker auf den Plan rufen, denen die Aufarbeitung nicht weit genug geht.
Zu beachten bleibt: Die NHVP hat bereits als Regierungspartei erste Schritte der Re-Demokratisierung eingeleitet, hat aber offensichtlich erkannt, dass der Prozess lange nicht abgeschlossen ist. Der Wahlkampf wird zeigen, ob die Wähler die bisherige Arbeit als ausreichend bewerten oder ob sie die Partei für weitere Amtszeit unterstützen.
Zwei Säulen der Kampagne
Der restliche Teil der Rede war zukunftsorientiert. Athanasiadis kündigte zwei zentrale Themen für den Wahlkampf an: „Mit Herz und Hirn“ solle die Partei die gegenwärtigen sozialen Herausforderungen angehen und die Lebensrealität der Bürger verbessern. Mit „Reden wir über die Zukunft“ wolle die NHVP gemeinsam Wege für „eine neue, und schönere Zukunft Nordhanars“ aufzeigen.
Das Schlusswort war appellativ, ohne pathetisch zu wirken: „Schenkt uns euer Vertrauen. Gebt uns eine Chance. Und gemeinsam werden wir diese Ziele erreichen!“
Ein belebter Wahlkampf in Aussicht
Der NHVP-Auftakt markiert den Beginn eines intensiven Wahlkampfs. Mit einer Vielzahl von Kandidaten und Listen, die ebenfalls in die Gänge kommen dürften, zeichnet sich ein vielfältiger Wettstreit ab.
Politische Beobachter sehen in Athanasiadis‘ ehrlichem Kurs einen Versuch der Partei, sich als verlässliche und selbstkritische Kraft zu positionieren. Mit ihrer Betonung auf Re-Demokratisierung und Re-Parlamentarisierung spricht die NHVP insbesondere jene Wähler an, denen an institutioneller Stabilität und Aufarbeitung gelegen ist. Ob dieser Ansatz bei den Wählern aufgeht, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.
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