There is 1 reply in this Thread which has previously been viewed 917 times. The latest Post (April 11, 2025 at 11:22 PM) was by Alexander Holbrook.

  • Handlung

    11. April 2025 - gegen 22:45 Uhr

    Im AC Motel, in einer beliebten und belebten Ausgehgegend in Astoria City hatte sich Alexander "Alex" Holbrook ein Zimmer gemietet. Mehr war finanziell nicht drin gewesen.

    Der Raum roch nach neutralisiertem Reinigungsmittel. Nach einem Versuch, alles Persönliche zu tilgen, bevor es jemand bewohnt. Alex saß regungslos auf dem schmalen Bett, den Blick auf die Kante des Nachttischs gerichtet. Sein Termin beim U.S. Military Health Service war für den nächsten Vormittag angesetzt – „Erstgespräch mit optionaler Anschlussversorgung“. So stand es auf dem ausgedruckten Zettel, den er dreimal gefaltet hatte und der jetzt auf dem Boden lag, achtlos aus der Jackentasche gefallen.

    Er hatte keine Ahnung, was ihn dort erwartete. Vielleicht wieder dieselben Fragen. Dasselbe passive Lächeln. Dieselbe Unsicherheit, ob man ihn ernst nehmen oder ihn als eine weitere Zahl in irgendeine Statistik einsortieren würde.

    Seine Hände lagen auf den Oberschenkeln, schwer wie Beton. Abgearbeitete Gelenke, leicht zitternd. Der Lärm von draußen drang durch die Fenster – Autos, Sirenen, Gesprächsfetzen. Zu viel. Zu nah. Es klang wie Funksprüche, wie das Knacken von Headsets kurz vor dem Feuerbefehl. Alex schloss die Augen. „...zähle bis drei, atme bis vier, halte still bis fünf...“ – der Spruch war aus einem dieser Videos. Mit monotoner Stimme vorgetragen, begleitet von animierten Wellen und fade designten Icons. Er hatte das Ding auf seinem Dienst-Tablet gesehen, als sie ihn in der Sammelunterkunft in West Oaklin durch die Entlassungsroutine geschleust hatten. Keine Fragen. Keine Diagnosen. Nur: Danke für Ihren Dienst – bitte schließen Sie das Modul ab. Aber wie sollte das helfen zu vergessen, dass jemand neben dir in zahlreiche Teile gerissen wurde?

    Er war hier, weil sie gesagt hatten, das müsse so. Weil es ein Gesetz gab. Absatz 3. „Nehmen Sie die Leistungen des U.S. Military Health Service in Anspruch.“ Er hatte keine Ahnung, ob er Anspruch auf etwas hatte.

    Die Stadt war zu hell. Das Zimmer zu still. Und in seinem Schädel war es zu laut. Er öffnete die Augen, blickte zum Rucksack, der offen auf dem Tisch lag. Darin das Notizbuch, das ihm geblieben war. Voll mit Gekrakel, mit Kartenfragmenten, mit Dingen, die er nachts aus dem Kopf holen musste, um morgens nicht daran zu ersticken. Er stand auf, ging ans Fenster, lief drei Schritte im Kreis. Ging wieder ans Fenster. Immer wieder blickte er nach draußen. Irgendwie fühlte er sich beobachtet.

    Und dann im Augenwinkel: Dieser Mann? Dunkle Jacke. Hellhäutig. Bart. Jemand sprach mit ihm. Alex' Herz schlug schneller. Er wusste nicht warum. Aber etwas an dem Mann wirkte… falsch. Oder war es nur sein Kopf, der ihn wieder täuschte?

    Er presste die Stirn gegen die kalte Scheibe. „Nur durchhalten“, murmelte er. „Bis morgen. Nur durchhalten.“

    Sgt. Alexander "Alex" Holbrook

    Edited once, last by Alexander Holbrook (April 11, 2025 at 11:47 PM).

  • Handlung

    11. April 2025 - gegen 23:05

    Er hatte das Licht gelöscht. Sich aufs Bett gelegt, die Arme neben sich ausgestreckt, jederzeit bereit, immer noch wie ein Soldat. Das Fenster ließ die Geräusche der Stadt nur gedämpft durch, aber sie fanden trotzdem ihren Weg in seine Gedanken: das Surren eines Rollers, ein entferntes Lachen, Hupen, eine Stimme, die „Hey!“ rief – zu laut, zu nah, zu bedeutungslos. Alles schien wie aus einem anderen Film zu stammen. Einer, in dem er nur noch Statist war.

    Alex wälzte sich zur Seite, zwang sich, die Augen zu schließen. "Drei ein, vier aus, fünf halten…" Er wiederholte es. Mehrmals. Doch das Atmen brachte keine Ruhe. Stattdessen kam der Gedanke zurück. Der Mann. Die dunkle Jacke. Das ruhige Verhalten. Der Blick – oder das, was er für einen Blick gehalten hatte. Alex war sicher gewesen, beobachtet worden zu sein. Doch als er dann genauer hinsehen wollte… war da nichts mehr. Nur Bewegungen im Rand des Sichtfelds. Zu schnell. Zu unklar.

    Er setzte sich auf. Sah auf die Uhr. Keine 20 Minuten waren vergangen. Ein trockener Laut entwich seiner Kehle. Kein Lachen. Kein Stöhnen. Irgendwas dazwischen. Er stand auf, barfuß, tappte durch den Raum und trat ans Fenster. Sein Blick tastete die Straße ab, suchte instinktiv wieder denselben Punkt. Dieselbe Stelle, an der der Mann vorhin gesessen hatte. Er war weg.

    Aber er sah noch jemanden – möglicherweise ihn – ein paar Schritte entfernt, wie er sich hastig entfernte. Richtung Seitenstraße. Die Silhouette zu undeutlich, um sicher zu sein, aber sein Kopf war schneller als sein Zweifel.

    [think]

    Er hat mich gesehen. Er hat’s bemerkt. Er geht, weil er mich erkannt hat. Weil er wusste, was ich weiß.[/think]

    Handlung

    Alex spürte, wie sein Puls in die Höhe schoss. Kalt und heiß zugleich. Seine Hand suchte Halt, fand nur den Fensterrand.

    [think]

    Er wollte mich beobachten. Aber ich hab ihn zu früh durchschaut. Jetzt zieht er sich zurück. Oder holt Verstärkung. Verdammt. Was ist, wenn er Verstärkung holt? Scheiße.[/think]

    Handlung

    Ein Gedanke, einmal da, ließ sich nicht mehr vertreiben. So funktionierte sein Kopf jetzt. Wie ein Alarmgerät mit fehlkalibrierter Schwelle. Er trat zurück, rieb sich über das Gesicht. Dann griff er nach seiner Armeejacke, die noch immer seinen Namens-Patch trug, zog sie über das graue T-Shirt. Seine Hand wanderte zum Tisch, nahm das Notizbuch. Dann zum Rucksack – das Messer. Ein Reflex. Kein Plan. Nur… Vorbereitung.

    Vielleicht war es an der Zeit, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Oder es zu beenden. Einfach sicherzugehen.

    Sgt. Alexander "Alex" Holbrook

    Edited 2 times, last by Alexander Holbrook (April 11, 2025 at 11:48 PM).

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