Auf bald, Herr Köhler

There are 239 replies in this Thread which was already clicked 9,030 times. The last Post () by Lovestone.

  • PS: Ich bin seit dem Abitur doch eh eine stockkonservative (ich lass mich taufen), faschistoide (Hey, Offizier!), antisemitische (ich hab beim Grand Prix dreimal für Israel angerufen!) Drecksau (naja, manchmal ... meistens mangelt es an Schlamm ;)), was nur durch meine sexuellen Präferenzen gemildert wird.

    Gregory Jameson M.D.
    I was: Member and Chairman of the Democratic Party
    Member and President of the United States Senate
    Member and Speaker of the House of Representatives
    Secretary of the Interior, Governor of Hybertina and Laurentiana

  • Ich glaube, das sagt nichts Gutes über mich aus, wenn ich nach solchen Prinzipien meine Freunde wähle. Aber ich stehe dazu, das ist mir scheißegal.


    Ich hab bei dem Wetter übrigens beschlossen, das geplante sein zu lassen und werde nun zu nem Date gehen, bei dem ich die Parteipräferenz nicht kenne. Ich hoffe nur, dass er nicht NPD wählt.

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    Original von Liam Aspertine
    Ich hoffe nur, dass er nicht NPD wählt.


    Und selbst wenn ... die meisten von denen gehören einfach mal nur :censored, damit sie wieder zur Vernunft kommen.

    Gregory Jameson M.D.
    I was: Member and Chairman of the Democratic Party
    Member and President of the United States Senate
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    Original von Gregory Jameson


    Und selbst wenn ... die meisten von denen gehören einfach mal nur :censored, damit sie wieder zur Vernunft kommen.

    Gut, das kann ich. Nach deinen Erfahrungen bin ich wohl meiner Meinung nach dann auch der einzige unter 30, der das kann^^

  • Quote

    Original von Adam Zuckerberg
    Suche: Frau, Brünette, ca. 18 Jahre, gebildet und bitte nicht bei der NPD :D


    Check, check, fail, check, check. ;)

    Ashley Fox


    Former Senator for Assentia
    Former Chairperson of the Republican National Committee
    Former Republican Congressional Caucus Leader

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    Original von Ashley Fox


    Krawalltüten eignen sich als Generalsekretäre ihrer Parteien, aber nicht als Bundespräsident. Das Staatsoberhaupt muss pragmatisch, ausgleichend und vermittelnd wirken.


    Gauck ist das nicht. Er bezieht klar Position gegen den "fürsorgenden Staat" und bringt mal Sprüche à la "SPD und Grüne stehen nicht für Freiheit".


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    Gauck hat sich Leiter der nach ihm benannten Behörde dafür eingesetzt, dass die Aufarbeitung der SED-Diktatur nicht das selbe Schicksal ereilt wie dereinst jene der NS-Diktatur ("Schwamm drüber!"). Dabei beweist er aber Augenmaß, indem er nicht einfach jeden verbal niederknüppelt, der in der DDR nicht Theologie studiert und sich aktiv im Widerstand engagiert hat.


    Diese Aufarbeitung geschah reichlich einseitig. Leute wie Althaus in Thüringen oder Junghanns in Brandenburg waren nicht gerade die Zielobjekte der Kritik des Herrn Gauck. Stattdessen wurde über Stolpe und Gysi allerlei Einseitiges über die Presse gestreut... fair war das nicht.


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    Er steht keiner Partei und keinem politischen Lager nahe, wird aber überall geschätzt: CDU/CSU hatten ihn 1999 als Gegenkandidaten zu Johannes Rau auf dem Schirm, er kann mit Merkel, die FDP-Parteistiftung lädt ihn gerne als Redner ein, SPD und Grüne nominieren ihn jetzt eben als Bundespräsidenten.


    Der erste Satz ist ja nicht wahr:


    Quote

    Original in der FAZ
    Er trete mit einer „Freiheitsbotschaft an“. Mit seiner Auffassung, dass die Freiheit „viel kostbarer“ sei, als von vielen gedacht, sehe er sich „im Kernbereich wertkonservativer Vorstellungen“. Er komme bis zum 30. Juni „gern zu den Liberalen und zu den Christdemokraten“ und habe „zahlreiche Verbindungen in dieses Lager“. Auch halte er „sehr viel“ von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), fügte Gauck hinzu und äußerte zugleich Verständnis für die innerparteilichen Zwänge der CDU-Vorsitzenden: „Jeder macht das politische Geschäft, so wie er es machen kann.“


    Weiterhin ist er Mitglied der Atlantik-Brücke, einer Lobbygruppe, deren Ausrichtung deutlich wird, wenn man sich die bekannten Mitglieder (Helmut Kohl, Otto Graf Lambsdorff), Preisträger (Bush senior, Merkel) und den Vorstand (Friedrich Merz, Ehrenvorsitzender Walther Leisler Kiep) anschaut.
    Er findet dieses seltsame Zentrum gegen Vertreibungen ganz toll, in einem Beitrag für den Spiegel schrieb er im August 2001 im Zusammenhang mit Berliner Bankenskandal und der rot-roten Koalition: "Für mich ist die Berliner CDU fraglos kritikwürdig - allerdings erscheint mir die Malaise der Union im Vergleich mit der Vergangenheitslast der PDS, als vergliche man einen Sommerschnupfen mit Tuberkulose. Und als Wähler verstehe ich eins nicht: Des Kanzlers Strategie bestand bislang darin, Wähler der Mitte an die SPD zu binden. Wie Tony Blair ist ihm dies gelungen. Aber wie verträgt sich dieser Weg mit dem Zimmern einer rot-roten Koalition, die vielen Diktaturopfern als hässliche Koalition erscheinen wird?". Er ist also ein Freund der 'New Labour' bzw. 'Neue Mitte' Politik, während er die Blockparteivergangenheit der Ostberliner CDU, die NSDAP-Vergangenheit einiger Granden der West-CDU sowie die damalige Finanzaffäre der CDU mit dem Verweis auf die böse PDS beiseite wischt.
    Proteste gegen die Hartz-Reformen nannte er töricht und geschichtsvergessen. Er beklagt mitten in der Wirtschafts- und Finanzkrise eine "antikapitalistische Welle" und findet Sozialismus per se ganz schrecklich. Was steht noch gleich bei der SPD im Programm? Demokratischer Sozialismus? Soso...



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    Er artikuliert, gerade auch als Nicht-Parteipolitiker, unpopuläre Wahrheiten: die Hartz-Reformen sind und bleiben richtig und notwendig, Deutschland kann sich als zweitwichtigste Nation der westlichen Welt seiner globalen Verantwortung nicht entziehen.


    Wenn man die Spaltung der Gesellschaft im Sinne hat, sind diese Reformen tatsächlich richtig. Wenn du mit globaler Verantwortung meinst, dass die Bundeswehr irgendwelche Länder in die Steinzeit zurückbomben soll, will ich gar nicht wissen, was unverantwortliches Handeln bedeuten soll.


    Quote

    Ich finde Gauck toll!


    Das ist dein gutes Recht. Dann aber bitte nicht so tun, als sei er ein unabhängier Kandidat des Volkes. Er wurde von SPD und Grünen aufgestellt, damit die zerstrittene Koaltion noch mehr Anlass zu Zwist hat und Merkels Image ramponiert werden. Gleichzeitig ist er der ideale Kandidat, um die Nachricht zu transportieren: schaut her, die Linken sind immernoch in der DDR und Stasi verhaftet und ganz plöd!

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    Original von Lovestone
    [...]


    Schöne Zusammenfassung vieler Pro-Gauck-Argumente. :supi

    [color=#333333][align=center][font='Times New Roman']XXII. PRESIDENT of the UNITED STATES
    · · ·
    Former GOVERNOR and SENATOR of the FREE STATE of NEW ALCANTARA

  • Quote

    Original von Charlotte McGarry


    Schöne Zusammenfassung vieler Pro-Gauck-Argumente. :supi


    Faschist! Reaktionärer!:D


    Manchmal merken die Linken gar nicht, wie satirisch sie manchmal sind. Ich dachte immer, meine Partei hätte da einiges voraus. Aber zumindest hier sind ihr die extremen Linken doch himmelweit überlegen.

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    Original von Charlotte McGarry


    Schöne Zusammenfassung vieler Pro-Gauck-Argumente. :supi


    Können sie ja alles sein, mit dem entsprechenden (bürgerlichen) Hintergrund. Aber das ausgerechnet SPD und Grüne den aufstellen macht diese Parteien nicht unbedingt glaubwürdiger im Sinne von progressiver Politik.


    @Vergnon: Natürlich beurteile ich Gauck aus einer linken Perspektive.
    Als solcher ist seine Kandidatur vielleicht taktisch geschickt, um im Lager von schwarzgelb etwas Unruhe zu stiften, mehr aber auch nicht.

  • "Nicht auf Preußens Liberalismus sieht Deutschland, sondern auf seine Macht; Bayern, Württemberg, Baden mögen dem Liberalismus indulgieren, darum wird ihnen doch keiner Preußens Rolle anweisen; Preußen muß seine Kraft zusammenfassen und zusammenhalten auf den günstigen Augenblick, der schon einige Male verpaßt ist; Preußens Grenzen nach den Wiener Verträgen sind zu einem gesunden Staatsleben nicht günstig; nicht durch Reden und Majoritätsbeschlüsse werden die großen Fragen der Zeit entschieden – das ist der große Fehler von 1848 und 1849 gewesen –, sondern durch Eisen und Blut."

    Gregory Jameson M.D.
    I was: Member and Chairman of the Democratic Party
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    Secretary of the Interior, Governor of Hybertina and Laurentiana

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    Original von Charlotte McGarry
    Wahrscheinlich bin ich zu jung, um als "echter Ossi" zu gelten, aber in meiner Familie ist die Hoffnung, dass Gauck gewinnt, ziemlich groß. Das gilt für das gesamte innerfamiliäre Spektrum vom ehemaligen Mitarbeiter der Stasi-Wirtschaftsspionage bis zu dem, er als Mitglied des neuen Forums 1989 die Stasi-Zentrale an der Normannenstraße mit gestürmt hat. Nicht jeder Ostdeutsche scheint sich geschlagen zu fühlen.


    Das ist ja das tolle an dieser Nominierung: Die Linspartei, die ja abolut über nichts mit der SED zu tun hat, distanziert sich energisch vom ehemaligen Bürgerrechtler und Stasi-Aufklärer. Wieso? Getroffene Hunde?


    Die Linkspartei hat mit der SED auch nicht mehr zu tun als CDU und FDP, die bekanntlich die einstigen Blockparteien inkl. Funktionäre und Vermögen bereitwillig aufnahmen - nur Bündnis 90/Grüne und SPD fingen in der DDR wirklich bei Null an. Aber mit ihrem Verhalten gegenüber der Nominierung von Gauck macht die Linkspartei alle Versuche zunichte, sich als gesamtdeutsche progressive Partei zu profilieren, jetzt bestätigt sie ihren Ruf als Ansammlung von DDR-Nostalgikern.

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    Original von John Salazar


    Auschwitz wurde nicht durch Lichterketten befreit.


    Wären die Deutschen mehrheitlich humanistisch eingestellt gewesen, hätte es gar kein Auschwitz gegeben.
    Und Kundus wurde auch nicht durch markige Worte gebombt.

  • Lovestone:


    Ich verstehe. "Communist" auch im RL. Es sei dir gegönnt. ;)


    Nur ist das für mich ehrlich gesagt ein Anlass, mir eine Abarbeitung deiner Kritik an Gauck Punkt für Punkt zu sparen. Ganz einfach weil wir mit völlig verschiedenen Ausgangspositionen an die Debatte herangehen.


    Ich fühle mich in der bundesrepublikanischen Gesellschaft, trotz diverser Kritikpunkte an dieser, letztlich wohl wie sie ist. Ich spreche über Veränderungen von innen heraus, nicht über Umbrüche von außen heraus. Ich nehme bestimmte realpolitische Gegebenheiten und Zwänge einfach zur Kenntnis. Und denke darüber nach, wie mit ihnen umzugehen ist, anstatt durch welche Theorien man sie angeblich aufheben kann.


    Ich wünsche mir einen Bundespräsidenten, der sich in unsere Gesellschaft und unser politisches System einfügt. Der an seiner Entwicklung mit dem von diesem selbst dafür vorgegebenen Mechanismen mitwirkt. Dafür ist Gauck meines Erachtens ein hervorragender Mann.


    Für einen radikalen "Systemwechsel" vielleicht nicht. Aber der interessiert mich auch ohnehin nicht mehr. Ich interessiere mich mehr für Mitgestaltung und organische Veränderung denn für Revolution.

    Ashley Fox


    Former Senator for Assentia
    Former Chairperson of the Republican National Committee
    Former Republican Congressional Caucus Leader

  • Wie kannst du, jung wie du bist, Kundus mit Auschwitz vergleichen?!
    Und wenn wir schon dabei sind, sollten wir die Kausalität doch nicht außer Acht lassen und fragen, WER Deutschland bzw. die Bundswehr über die Vertrauensfrage nach Afghanistan gebracht hat!

    Gregory Jameson M.D.
    I was: Member and Chairman of the Democratic Party
    Member and President of the United States Senate
    Member and Speaker of the House of Representatives
    Secretary of the Interior, Governor of Hybertina and Laurentiana

    Edited once, last by Gregory Jameson ().

  • Quote

    Original von John Salazar
    Aber mit ihrem Verhalten gegenüber der Nominierung von Gauck macht die Linkspartei alle Versuche zunichte, sich als gesamtdeutsche progressive Partei zu profilieren, jetzt bestätigt sie ihren Ruf als Ansammlung von DDR-Nostalgikern.


    Das ist eben genau der Propagandatrick. Die Linken sollen den neoliberalen Antikommunisten wählen, der sich als wertkonservativ einschätzt und gegen alles steht, für das die Linken so eintreten - nur weil er ein paar Jahre an der Spitze einer Behörde stand und den Großinquisitor spielen durfte.

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    Original von Lovestone


    Können sie ja alles sein, mit dem entsprechenden (bürgerlichen) Hintergrund. Aber das ausgerechnet SPD und Grüne den aufstellen macht diese Parteien nicht unbedingt glaubwürdiger im Sinne von progressiver Politik.


    @Vergnon: Natürlich beurteile ich Gauck aus einer linken Perspektive.
    Als solcher ist seine Kandidatur vielleicht taktisch geschickt, um im Lager von schwarzgelb etwas Unruhe zu stiften, mehr aber auch nicht.


    Wenn man "linke Perspektive" oder "Links" als übergroße Schauklappen sieht, in denen nur eine extremistische Minderheit Platz hat, dann ist Gauck in der Tat ungeeignet.
    Aber eben auch nur für jene Minderheit.


    Aber ich denke, damit kann jeder Leben. Die Mehrheit hat ihren Kandidaten. Die Minderheit in ihren Scheuklappen interessiert die Mehrheit sowieso so nicht, sondern nur die Bestätigung der eigenen Weltsicht. Und die kann man sich ja - wie gerade und im letzten Posting bewiesen - jeder Zeit wunderbar zusammen schustern.


    @Salazar
    Exakt. Vielleicht stellt sich die Linkspartei nun selbst einfach einmal die Frage, wohin sie will. Ost-CSU? Nachfolge-KPD? SED mit menschlichem Antlitz?
    Bisher sind die unterschiedlichen Strömungen dieser Partei nur durch den Erfolg und die Unsouveränität der SPD zusammengehalten worden. Sieht aber derzeit so aus, als hätte dieses Spielchen langsam ein Ende.

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    Original von Ashley Fox
    Ich verstehe dein Problem nicht?!


    Krawalltüten eignen sich als Generalsekretäre ihrer Parteien, aber nicht als Bundespräsident. Das Staatsoberhaupt muss pragmatisch, ausgleichend und vermittelnd wirken.


    Völlig richtig. Es geht um den Bundespräsidenten, von dem sollten sich alle irgendwie vertreten fühlen. Und gegenüber dem Sparkassendirektor ist Gauck eine echte Verbesserung.

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